Live aus Windhoek

Gestatten, Marcel Pauly. In diesem Blog habe ich 2011 über die Erlebnisse und Erfahrungen während meines Radio-Praktikums im südwest-afrikanischen Namibia geschrieben. Von Juli bis Oktober lebte ich in der Hauptstadt Windhoek und arbeitete beim Deutschen Hörfunkprogramm (German Service) der Namibian Broadcasting Corporation (NBC).

Ein bisschen Normalität

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl. Einerseits zu wissen, dass das „echte“ zu Hause mehr als 8.000 Kilometer entfernt ist, und andererseits doch zu spüren, wie sich der vorübergehende Lebensmittelpunkt in nur drei Wochen an dieses völlig andere Fleckchen Erde verschoben hat.

Es ist normal geworden, in einer Garage aufzuwachen, sich auf einem halben Quadratmeter zu duschen, und auf dem Weg zum Sender die hügeligen, bürgersteiglosen, schlecht asphaltierten Straßen hoch und runter zu stiefeln – den Linksverkehr immer im Hinterkopf. Ich weiß, wo ich mein Brot und mein Bier kaufe, und welcher Laden beim Aufladen der Prepaid-Karten für Handy und Surf-Stick Rabatte gibt. Ich habe gelernt, dass Antilopen äußerst köstliche Tiere sind, dass mir Raupen aber eher nicht so gut schmecken. Ich musste feststellen, dass das von mir so geliebte Rauchverbot in Kneipen hier erst in ein paar Wochen kommen soll. Ich kenne die Taxi-Preise für die verschiedenen Stammstrecken in Windhoek, und weiß, wann der Fahrer versucht, mich über’s Ohr zu hauen. Und ich habe gelernt, wie oft man einlagiges Toilettenpapier falten muss, um nicht durchzugreifen. Dreimal.

Ein Kommentar

  1. Tanja
    17. August 2011, 19:14 Uhr

    I know exactly what you mean :-)

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