Live aus Windhoek

Gestatten, Marcel Pauly. In diesem Blog habe ich 2011 über die Erlebnisse und Erfahrungen während meines Radio-Praktikums im südwest-afrikanischen Namibia geschrieben. Von Juli bis Oktober lebte ich in der Hauptstadt Windhoek und arbeitete beim Deutschen Hörfunkprogramm (German Service) der Namibian Broadcasting Corporation (NBC).

Namibische Presseschau, KW 37

Heute mit einer brisanten Knochen-Lieferung, einer endlich abgeschlossenen Volkszählung und jeder Menge Alkohol.

Schon ein paar Mal bin ich hier im Blog auf den Völkermord zu sprechen gekommen, den die Deutschen zur Zeit ihrer Kolonialherrschaft in Namibia begangen haben. Das Thema gewinnt gerade wieder an Aktualität: In zwei Wochen sollen die sterblichen Überreste von 20 damals getöteten Hereros und Namas von Deutschland zurück nach Namibia überführt werden. (Allgemeine Zeitung) Sie machen aber nur einen Bruchteil der „Kriegssouvenirs“ aus, die die Deutschen nach dem Völkermord – angeblich aus wissenschaftlichen Gründen – mitgenommen haben. Die Berliner Zeitung beschreibt in einem sehr interessanten Artikel die Hintergründe. Dringende Leseempfehlung!

Die namibische Volkszählung ist endlich abgeschlossen. Nach einer dreitägigen Verlängerung war am Dienstag offiziell Schluss. Aber noch immer wurde längst nicht jeder erfasst, obwohl der Zensus als Vollerhebung gedacht war. (Allgemeine Zeitung) Inklusive Touristen, Studenten, Praktikanten und sonstigen Besuchern. Doch auch ich wurde nicht gezählt.

Alkoholismus und die illegalen Shebeen-Kneipen sind in Namibia ein großes Problem. Das habe ich selbst erlebt und darüber hat diese Woche auch der Nationalrat (Zweite Parlamentskammer) debattiert und einen Beschluss zu schärferen Kontrollen gefasst. (Allgemeine Zeitung) Ob er einen Effekt haben wird, darf bezweifelt werden.

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