Live aus Windhoek

Gestatten, Marcel Pauly. In diesem Blog habe ich 2011 über die Erlebnisse und Erfahrungen während meines Radio-Praktikums im südwest-afrikanischen Namibia geschrieben. Von Juli bis Oktober lebte ich in der Hauptstadt Windhoek und arbeitete beim Deutschen Hörfunkprogramm (German Service) der Namibian Broadcasting Corporation (NBC).

Strom, Internet, Telefon? Völlig überbewertet!

Auch wenn die NBC-Radiostudios überraschend modern eingerichtet sind, gibt es doch auch immer wieder Momente, die mich daran erinnern: Du machst hier Radio in Afrika. In den vergangenen anderthalb Wochen haben sich solche Momente gehäuft.

Den Auftakt machte ein rund anderthalbstündiger Stromausfall am vorletzten Mittwoch Vormittag. Das Studio blieb zwar Dank Notstromversorgung on Air, aber da der Generator für die Redaktionsräume seit Wochen kaputt ist, blieben dort die Computerbildschirme schwarz, was die Sendungsvorbereitung ein wenig erschwerte. Glücklicherweise hatte ich unmittelbar vor dem Stromausfall die wichtigsten Unterlagen für die Karussell-Sendung schon ausgedruckt. Auch das telefonische Live-Interview mit einer Ärztin des Windhoeker Tierheims (SPCA) war soweit vorbereitet, doch dann machte auch noch mitten in der Sendung die Telefonanlage schlapp: Die auf’s Mischpult gelegte Leitung gab nur noch ein Rauschen von sich und im Hintergrund fing plötzlich die andere Leitung an zu klingeln, die eigentlich nur blinken dürfte. Ich klang selten verwirrter:

Wenige Tage später dann die nächste technische Überraschung: Wir kommen morgens um halb sechs in die Redaktion, um die letzten Vorbereitungen für die „Frühaufsteher“ zu treffen, die ich in den vergangen zwei Wochen mitmoderiert habe, und stellen fest, wir kommen weder ins Internet zwecks Recherche (zum Beispiel für die Internationalen Meldungen), noch ins interne Netzwerk, wo Ablaufpläne, vorbereitete Inhalte und eigentlich alles liegt, was für die Sendung notwendig gewesen wäre. Ansage der Techniker: ein bis zwei Tage. Das müsste sich in Deutschland ein Techniker bei einem so aktuellen Medium wie dem Radio erst mal trauen. Die beiden folgenden Ausgaben der Morgensendung hatten einen Improvisationsanteil, der höher kaum hätte sein können. Noch dazu funktionierte am ersten Tag der Drucker nicht, sodass ich mit dem Laptop vor mir am Mischpult saß.

Im Moment funktioniert aber wieder alles. Bis auf weiteres …

2 Kommentare

  1. Laura
    17. September 2011, 11:14 Uhr

    Hihi, du klangst echt ein bisschen verwirrt, hast es doch aber gut gelöst:)

  2. Tanja
    17. September 2011, 13:41 Uhr

    Also wenn das der Ausdruck deiner größten Verwirrung ist, dann brauchst du im Leben wirklich keine Situation zu fürchten :-D

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